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Dresden

Eine Stadt zum Verlieben - geschichtsbewusst, kunstsinnig, lebendig, stolz

 

Es liegt ein Zauber über dieser Stadt. Wenn die Morgensonne das Wasser der Elbe glitzern und die berühmte Altstadtsilhouette aufleuchten lässt, geraten sogar die Dresdner selbst immer wieder ins Schwärmen. Und heute mehr denn je, da die mächtige Kuppel der Frauenkirche das Stadtbild wieder komplettiert. Zu deren Füßen herrscht babylonisches Sprachengewirr: Englisch, Japanisch, Bayerisch - die historische Altstadt ist fest in Touristenhand. 7 Mio. Besucher zählt Dresden Jahr für Jahr, Tendenz steigend. Die meisten sind auf der Suche nach einem Mythos, nach der barocken Stadt Canalettos, nach dem »deutschen Florenz«, wie Johann Gottfried Herder die sächsische Residenz einst genannt hatte.

 

 

  Dresden beeindruckt mit Baudenkmälern, mit Kunst und
  Kultur. Doch es ist die Elbe, die das Lebensgefühl bestimmt.
  In weiten Bögen windet sie sich durch die Stadt, vorbei an
  Schlössern, Weinbergen und Biergärten, gesäumt von
  breiten Wiesen, wie man sie in keiner anderen
  europäischen Großstadt mehr findet. Die Dresdner lieben
  ihre Elbe, in guten wie in schlechten Zeiten. An ihren Ufern
  trifft man sich zu Picknick und Lagerfeuer, zu
  Elbhangfest und Openairkino. Eine Dampferfahrt oder eine Tour auf dem Elberadweg sind ganz besondere Erlebnisse - zu (fast) jeder Jahreszeit. Dank steigender Wasserqualität wagen sich außerdem nicht nur an offiziellen Elbebadetagen immer mehr Mutige in die Fluten - und haben dabei sogar wieder Gesellschaft von Elbebiber, Fischotter und Elblachs. Das Rekordhochwasser im August 2002 tragen die Dresdner der Elbe nicht nach. Nach der Beseitigung der Schäden über-wiegen Respekt vor der Macht der Natur und Stolz: auf die Elbwiesen, die die Stadt als natürlicher Überflutungsraum vor noch Schlimmerem bewahrt haben - und auf den in der Krise wieder erwachten Gemeinschaftssinn.

 

 

Die größte Katastrophe seiner Geschichte erlebte Dresden, als britische und amerikanische Bomber in der Nacht des 13. Februar 1945 und am Mittag des darauffolgenden Tages, eines Aschermittwochs,
  ihre todbringende Last über der Stadt ausklinkten. In einem
  gewaltigen Feuersturm wurde nahezu die gesamte
  Innenstadt zerstört, 35 000 Menschen starben. Keiner hätte
  damals geglaubt, dass aus dem Trümmerfeld jemals wieder
  ein Ort erstehen könnte, der den Beinamen »Elbflorenz«
  verdiente. Doch die Dresdner gaben ihre Stadt nicht auf.
  Schon am 10. Juli 1945 öffnete das »Interimstheater
  Dresdner Bühnen« in der Glacisstraße seine Pforten, mit
  Erich Ponto als »Nathan der Weise«. Der im August 1945 begonnene Wiederaufbau des für die Identität der Stadt so wichtigen Zwingers dauerte 20 Jahre. Die ebenfalls zerstörte Semperoper wurde nach achtjähriger Bauzeit am 13. Februar 1985 wieder eröffnet.

 

 

Die erstaunlichste Wiedergeburt aber erlebte die Frauenkirche. Ihre Ruine war als Mahnmal gegen den Krieg zum Symbol der Friedensbewegung geworden, weshalb längst nicht alle Dresdner den Wiederaufbau begrüßten. Während der zehnjährigen Bauzeit entwickelte sich die Frauenkirche jedoch nicht nur zum Sinnbild ostdeutschen Aufbauwillens und Dresdner Bürgerstolzes, sondern durch das Zusammenwirken von Menschen aus der ganzen Welt zu einem eindrucksvollen Zeichen der Versöhnung.